Was sind Wertimaginationen?

Wertimaginationen sind bewusst erlebte, auf Werte ausgerichtete, behutsam begleitete Wanderungen in die Tiefe der inneren Welt. Sie sind vergleichbar mit einer Brücke, die den bewussten, äußeren und den unbewussten, inneren Teil des Menschen miteinander verbindet.
Während der Wertimagination kommt der Imaginand mit seinen spezifisch menschlichen Werte und Eigenschaften wie z.B. die Hoffnung, die Güte, den Mut, das Selbstvertrauen in Berührung. Diese werden als innere Bilder bewusst erfahrbar und emotional spürbar.
Die in der Wertimagination ausgebildeten Bilder sind wie in den Träumen, die Sprache der Seele und kommen aus deren Mitte. Sie werden nicht gemacht, sondern erwartet. Die Quelle der inneren Bilder und die durch die Begegnung mit den Bildern ausgelösten Wertgefühlskräfte ist der von Viktor Frankl begründete "unbewusste Geist", der das stärkste Energiezentrum des Menschen und der Mittelpunkt der Seele ist.
Im "unbewussten Geist" ist das jedem Menschen potentiell zugängliche Wissen von den Zusammenhängen des eigenen, des sozialen und universellen Lebens verankert. Mit der Wertimagination eröffnet sich der Zugang zu diesem Wissen und zu den eigenen Potentialen in einer existenziellen Erfahrung.
Die inneren Bilder erscheinen als Symbole oder als innere Gestalten, den Wertgestalten.
Wertgestalten sind personifizierte Aspekte des "unbewussten Geistes", z.B. die Mutigen, die Vertrauensvollen, die Freien. Sie symbolisieren reale Möglichkeiten und Potenziale und vermitteln in der Begegnung mit ihnen ein inneres Wissen, das weiter und größer ist als der Verstand.
Im bewussten Erleben und Erfahren der inneren Bilder eröffnet sich der Zugang zu den Gefühlskräften des "unbewussten Geistes" und der Mensch erfährt innere Stärke, Klarheit, Orientierung und Weite.

In der Imagination erfährt der Imaginand unmittelbar neue Einsichten und Erkenntnisse über die eigene Person und die Zusammenhänge des Lebens. Diese neue Sicht führt zu einer veränderten Einstellung zu sich und zum Leben.